„Ich mag den Dom einfach gern“

Erstellt von Christine Haiden | | Geschichten & Personen

Menschen im Portrait: Pastoralassistentin Stefanie Hinterleitner

© Röbl/OÖ Seniorenbund

Stefanie Hinterleitner hat sich bewusst für die Stelle der Pastoralassistentin im Mariendom  beworben. Sie legt Wert darauf, dass Frauen im Dom sichtbar sind.

Einmal im Monat leitet Stefanie Hinterleitner in der Votivkapelle des Mariendomes eine Wortgottesfeier. Bei zahlreichen anderen Gottesdiensten ist sie im Dom dabei. Anfangs gab es für sie viele Fragen: „Wo ist mein Platz, wo stehe ich, wo gehe ich in der Liturgie, gerade wenn sehr viele Priester dabei sind?“ Inzwischen hat sich das eingespielt. Oft fungiert sie als Lektorin oder Kommunionspenderin. Dompfarrer Maximilian Strasser überträgt ihr aber auch die Auslegung der Heiligen Schrift. Manche Gottesdienstbesucher zeigen sich noch immer überrascht, „dass eine Frau das darf“.

Eine Helfenbergerin im Dom

Stefanie Hinterleitner wurde in ihrem Heimatort Helfenberg im nördlichen Mühlviertel kirchlich geprägt. Ein Theologiestudium folgte, Engagements in der kirchlichen Jugendarbeit vertieften die Verbundenheit. Im Mariendom ist Stefanie Hinterleitner vor allem für Familien sowie die Kinder- und Jugendarbeit zuständig. Diese Pastoral erfordert Kreativität und Beziehungsfähigkeit: „In der Freizeitgestaltung der Kinder liegen wir als Kirche nicht unter den Top Drei“, meint sie. Sie verortet ihr Angebot als Gegenpol zur allgegenwärtigen Leistungsorientierung, die auch schon Kinder trifft: „Die einzige Leistung besteht darin, überhaupt zu kommen.“

Ein offener Wunsch

Stefanie Hinterleitner versteht ihre pastorale Aufgabe begleitend: „Ich muss Gott nicht zu den Kindern bringen, er ist ja schon da.“ Sie könne etwas in Schwingung bringen und ein Gemeinschaftsgefühl fördern. Dafür ist der Dom mit seinen vielen Räumen auch ein gutes Vorbild: „Jeder spricht andere Menschen und andere Facetten in ihnen an.“ Der Lieblingsplatz von Stefanie Hinterleitner ist vorne am Ambo, jenem Pult, an dem aus der Heiligen Schrift gelesen und gepredigt wird. Für ihr Gefühl, zu einem Amt als Priesterin berufen zu sein, kann sie derzeit noch keine Erfüllung erwarten: „Ich empfinde es als ungerecht, bin aber nicht verbittert.“ Bis dahin spielt sie in ihrer Freizeit Flügelhorn im Orchester der Energie AG oder überlegt, mit neuen Formen der Pastoral der Domgemeinde Impulse zu geben.

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